Der Künstler Ludger Hinse

Ludger Hinse, geb. 1948, lebt und arbeitet in Recklinghausen.

Seit 1988 hat Hinse zahlreiche Einzelausstellungen u.a. im Haus am Lützowplatz in Berlin, im Kunstmuseum Bochum, im Landesmuseum Emden, in der Kunsthalle in Brünn, Tschechien, im Museo Barjola Gijon, Spanien, im MAC Santiago de Chile, usw. durchgeführt.

Über seine Arbeiten sind 14 Kataloge und 7 Bücher erschienen.

In den letzten Jahren hat sich der Künstler intensiv mit dem Symbol des Kreuzes auseinandergesetzt. Hinse hat schon viele Kreuze gestaltet, die in eben so vielen Ausstellungen präsentiert wurden. Er schuf Kreuze der Hungernden, Kreuze des Widerstandes, das Kreuz der Gaminas, das Kreuz der Erinnerung, das Kreuz der christlichen Märtyrer (zur Erinnerung an die 1907 geborenen Märtyrer Alfred Delp und James Graf von Moltke, die im Januar 1945 in Plötzensee durch die Nazis hingerichtet wurden). Er stellte Kreuze im Museo de Arte y Contemporaneo in Santiago de Chile und im Museo Barjola in Gijon Spanien aus. Kreuze spielten bei seiner 2004 realisierten Ausstellung „Spuren der Erinnerung“ in Berlin eine zentrale Rolle, Kreuze waren Mittelpunkt einer Ausstellung in der UNEAC in Havanna Cuba. Das Thema Kreuze war nicht zuletzt ein Schwerpunkt in der Ausstellungsreihe „Licht des Stahls“ (Krefeld, Herten, Paris).

Ausgangspunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Kreuz war eine Begebenheit in Santiago de Chile. Hinse wurde bei seinen Aufenthalten in Chile berichtet, wie Mütter mit den Fotos verschwundener Söhne und Töchter gegen die damalige Militärdiktatur demonstrierten. Die Demonstrationen begannen immer am Franziskanerkonvent in einem ärmeren Stadtteil von Santiago und führten bis zum Regierungssitz, auf dem Plaza de Moneda. Angeführt wurden die Demonstration von drei Kreuzen, die von Müttern getragen wurden.

In seinen Ausführungen zum Karfreitag 2004 in der Herz-Jesu-Kirche in Marl-Hüls stellt Hinse dazu fest: „…und diese Holzkreuze, diese einfachen Kreuze, hatten die Macht, die Militärjunta, die geballte Macht des Staates, davon abzuhalten, gegen die Demonstranten, gegen die suchenden Mütter, vorzugehen. Und wenn ein solches Symbol eine solche Macht hat, dann muss dieses Symbol eine ungeheure Kraft haben“.

Über 100 Kreuze sind in den letzten Jahren entstanden.

Hinse versteht das Zeichen des Kreuzes als Provokation das stets Überraschungen mit sich bringt. Die öffentlichen Debatten zum Kreuz in ganz Europe machen deutlich wie hoch aktuell das Thema ist. Mit dem Motiv „Kreuz des Todes – Kreuz des Lebens“ öffnet Hinse ebenso körperlichästhetische wie politische und theologische Facetten der Kreuzsymbolik.

Für den Künstler gilt das Kreuz als höchst ambivalentes Symbol. Es ist für ihn zugleich Zeichen des Todes und der Folter, der Erlösung und der Auferstehung, des Todes und des Lebens. Seine Projekte zielen darauf „das Kreuz als Zeichen der Zeichen“ wieder ins Leben der Menschen zu bringen.

„Ich will, dass die Menschen den Raum durch das Kreuz anders sehen „, sagt er im Hinblick auf sein Projekt, in dem er Kirchenräume neu gestaltet hat. Passend zum jeweiligen Ort will Hinse mit seinen Kreuzmotiven ein symbolisches Echo zum Raum erzeugen. Er beklagt dass „das Selbstverständnis der Jahrhunderte, in der die Kunst die visuelle Schwester der Religion war, heute leider zu oft einem ängstlichen musealen Verständnis“ gewichen sei, und möchte durch seine Projekte dieser Angst entgegenwirken.

In den Jahren von 2007 bis 2009 fand das größte Kunstprojekt eines einzelnen Künstlers in Nordrhein-Westfalen statt. In 21 Städten, an 77 Ausstellungsorten zeigte Ludger Hinse seine Arbeiten, zum Thema „Das Kreuz mit dem Kreuz“. Am Ende dieser Ausstellungen hatten 145.200 Menschen seine Arbeiten gesehen.

Das Jahr 2010 stand natürlich für einen Künstler aus dem Ruhrgebiet ganz im Zeichen der europäischen Kulturhauptstadt RUHR 2010. Ausstellungen und Projekte in Essen, Gelsenkirchen, Werne, Rheinberg und Recklinghausen. Ein besonderer Höhepunkt war die Errichtung einer Großskulptur Lichttore 9 x 12 Meter in Bochum.

In 2010 wurden seine Arbeiten auch noch in Wien gezeigt.

In 2011 stellte Ludger Hinse sich neuen Herausforderungen. In Oldenburg, mit 28 Ausstellungsorten zu gleichen Zeit, überstieg dies in seiner Größe alle seine bisherigen Projekte.

In der 2. Hälfte des Jahres 2011 wurden seine Arbeiten gleichzeitig – mit großem Erfolg – in der Schweiz gezeigt, im Hochgebirge und an den Seen, im Kanton Obwalden an 8 Orten und im Kanton Zürich auch an 8 Orten.

Weitere Informationen: www.ludgerhinse.de