Experimente

Viele von Ihnen stellen sich wahrscheinlich die Frage: sind naturwissenschaftliche Experimente im frühen Kindesalter überhaupt möglich? Vor allen Dingen, wenn sie früher selbst nie so einen richtigen Zugang zu den Fächern Chemie und Physik hatten.

Generationen von Kita-Kindern sind bislang ohne naturwissenschaftliche Bildung zurecht gekommen. Wozu das Ganze also?

Geisteswissenschaftliche Bildung (sprich Bilderbücher, Geschichten, Gedichte) sind hierzulande unumstritten gesellschaftlich akzeptiert. Dabei wurden eine Vielzahl von naturwissenschaftlichen Entdeckungen von deutschen Forschern und Tüftlern in den letzten 250 Jahren hervorgebracht, die für wirtschaftlichen Wohlstand und Zivilisatorischen Komfort gesorgt haben.

Naturwissenschaftliche Grundkenntnisse eröffnen den Kindern einen Weg zu einer eigenständigen Meinungsbildung in Bezug auf technische beziehungsweise naturwissenschaftliche Entwicklungen. Daher ist es zu begrüßen, dass wir im Elementarbereich die Themenfelder Biologie, Chemie und Physik fest verankern.

Biologische Themenfelder haben im Kita-Alltag schon immer ihren festen Platz. Flora und Fauna werden das ganze Jahr über beobachtet, zur Zeit betrachten wir verschiedenen Obstsorten genauer und benennen sie. Im Herbst schauen wir uns das fallende Laub wieder genauer an. In der Regel finden Themen der belebten Natur in der Kita eine größere Beachtung, als Themen der unbelebten Natur, was auch an unserer eigene Vorbildung liegt, auch wir haben in unserer führen Kindheit keine naturwissenschaftliche Bildung genossen. Gerade die Gleichbehandlung der belebten und unbelebten Natur ist jedoch wichtig.

Die Fächer Chemie und Physik werden erst spät in der Schule eingeführt, so dass das Interesse für diese Themen oft schon erloschen ist, während früh vermittelte Themenfelder oft zu Sympathieträgern werden. Das Resultat lautet häufig: Bio ist gut, Chemie ist schlecht. Dem wirken wir hier in der Kita entgegen, denn tatsächlich gehören belebte und unbelebte Natur zusammen.

Zwei Kolleginnen haben an einer Fortbildung teilgenommen, die von der Universität Bielefeld, insbesondere von Prof. Dr. Lück und dem Jugendamt der Stadt Hamm unterstützt wird. Durch regelmäßige Informationen, die an das ganze Team gegeben werden, können alle Kolleginnen von dem Wissen partizipieren. Gleichzeitig nehmen diese Kolleginnen an dem regionalen Arbeitskreis „Haus der kleinen Forscher“ teil. Auch hier geht es um die naturwissenschaftliche Bildung im frühen Kindesalter. Ganz praktisch erarbeiten sie dort Möglichkeiten die naturwissenschaftlichen Themen in der Kita umzusetzen. Hierzu gibt es eine Kooperation mit der Overbergschule und den umliegenden Kitas, die zum Einzugsgebiet der Overbergschule gehören. Es wird ein gemeinsames Konzept dazu entworfen.

Durch die Teilnahme an weiteren Fortbildungen zum Thema Physik (ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umwelt Bundesverband e.V.) , sind wir in der Lage alle Bereiche der unbelebten Natur abdecken zu können.

Alle Themen, die mit den Kindern in der Kita erarbeitet werden , werden jetzt regelmäßig auch unter naturwissenschaftlichen Aspekten beleuchtet. Regelmäßig führen alle angehenden Schulkinder naturwissenschaftliche Experimente auf Gruppenebene durch. Dafür steht uns didaktisches Material zur Verfügung, „Forschen mit Fred“. Alle Experimente werden immer mit einer Geschichte eingeleitet und regt die Kinder zum Nachdenken an.